Sonntag, 10. februar 2008

 

Die Kerze hat in unserer heutigen Zeit weniger funktionalen als emotionalen Charakter. Die Kerze spendet ein warmes Licht für eine gemütliche Stimmung, sei es in einer Bar, einem Restaurant oder gar zu Hause in den eigenen vier Wänden. Zu früheren Zeiten waren Kerzen jedoch unabdingbar. Da es noch keinen Strom aus der Steckdose und keine Glühbirnen gab, waren Kerzen, die einzige Möglichkeit nach Sonnenuntergang die heimischen Räumlichkeiten zu erhellen.

Aus geflochtenen Baumwollfäden besteht der Docht einer gewöhnlichen Kerze, welcher von einem niedrig schmelzenden Wachs umgeben ist. Der Wachs verdampft und verbrennt mit Hilfe des Sauerstoffs, der dank der Kapillarwirkung des Dochts in die Flamme hinauf bewegt wird. Durch die Konvektion (so wird der Vorgang des Aufsteigens erhitzter Verbrennungsgase bezeichnet) wird die Flamme mit frischer Luft vorsorgt und erlangt hierdurch seine typische lang gezogene Form. Im Falle, dass der Docht der Kerze nicht kurz genug ist, ist es möglich dass nicht der gesamte Wachsdampf verbrannt werden kann. Dieses Phänomen wird im normalen Sprachgebrauch auch rußen genannt. Als man das Problem erkannte wurde eine Lösung gesucht und auch schnell gefunden: Der Docht musste ganz simpel asymmetrisch geflochten werden damit er sich zur Seite neigen kann und der obere Teil des Dochts verglühen kann.

Vor dieser Lösungsumsetzung war man genötigt von Zeit zu Zeit den Docht immer wieder zu kürzen, was man auch „schneuzen“ nannte, um das rußen der Kerze zu verhindern. Für diesen Vorgang gab es besondere Schere, welche unter dem Namen Schnuppe bekannt ist. Zum erlischen der Kerze nahm man früher gerne einen umgekehrten Zylinder um die Kerze zu ersticken, denn bei einem Sauerstoffgehalt von weniger als zwölf Prozent geschieht dies.

 

von Steffen König
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